Professor Rudolf P. Hübener

Atomforschung in Tailfingen
In der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte, dem vorletzten Jahr des Zweiten Weltkriegs, wurde das Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie von Berlin nach Tailfingen auf der Schwäbische Alb ausgelagert. In Berlin konnte das Institut wegen der Luftangriffe der Alliierten seine Arbeit nicht mehr fortsetzen. In dem Berliner Institut hatten Otto Hahn und Fritz Straßmann im Dezember 1938 die Spaltung des Atomkerns entdeckt. Die mit der Spaltung verbundene Freisetzung von Kernenergie wurde anschließend zum Ausgangspunkt bedeutender Entwicklungen: einerseits der Kernreaktoren und andererseits der Atombombe. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik musste damals ebenfalls Berlin verlassen und zog nach Hechingen und Haigerloch in der Nähe von Tailfingen. Im Physik-Institut arbeitete eine Gruppe von Physikern unter der Leitung von Werner Heisenberg an dem Versuch, in einem Kernreaktor eine Kettenreaktion zu erzielen und aufrecht zu erhalten.

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